Die Scriptores Rerum Lusaticarum von 1719

Frontispiz

Der Zittauer Bürgermeister Philipp Stoll war ständig bemüht, die Bibliothek des Rates zu bereichern. Aus diesem Grund trat er in Verbindung mit vielen Heimatforschern der Oberlausitz, so auch mit Abraham Frenzel, Pfarrer in Schönau auf dem Eigen, von welchem er per selbstgefertigten Vertrag die Abhandlungen "De diis Slavorum" und "Nomenclator exhibens urbium, oppidorum, pagorum, montium et fluviorum nomina" für insgesamt 18 Taler kaufte. In weiteren Unterhandlungen mit ihm im April 1717 wurden von der Ratsbibliothek die ersten 10 von 16 Bänden für 50 Taler angekauft. Eine Voraussetzung dafür war der Erhalt eines unentgeldlichen Notariats für seinen Sohn, dem "Rechts-Candidaten" Johann Gotthard Frenzel, welcher seine Prüfung am 20. April 1717 bestand. Nachdem Frenzel zwei eigene Werke zur Oberlausitzer Geschichte geschrieben hatte, die allerdings nie zum Abdruck gelangt sind, kaufte die Bibliothek für 35 Taler kurze Zeit später neben diesen zwei Bänden die Übersetzung der Bücher des Christoph Manlius auf.

Viele Arbeiten, die in den Bänden vorhanden sind, wurden von Philipp Stoll und dem Bibliothekar Christian Altmann zur Herausgabe eines Gesamtwerkes von Schriften aus der Zittauer Bibliothek bearbeitet. Philipp Stoll übertrug die Herausgabe der Schriften an D. Christian Gottfried Hoffmann, einen ehemaligen Zittauer Gymnasiasten und späteren Lehrer des Natur- und Völkerrechts an der Universität Leipzig. Nach 2 Jahren Arbeit erschien 1719 dieses Buch, gedruckt bei David Richter. Damit wurden erstmals Schriften der Zittauer Bibliothek, aber auch seltene Werke durch Abdruck einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

TOMI PRIMI SCRIPTORUM RERUM LUSATICARUM PARS PRIMA

Des ersten Bandes der Schriften zur Lausitzer Geschichte erster Teil

Seite 1-28

Historia de vita et rebus gestis Viperti, marchionis Lusatiæ Burggrafii Magdeburgensis et comitis Groicensis, a monacho, qvi chronici Pegaviensis autor est, primum conscripta, nunc cum Joannis Garzonis historia, Lusaticæ antiquitatis monumentis juncta, in publicum emittitur ex Senatus Zittaviensis Bibliotheca.

Geschichte des Lebens und der Taten des Wiprecht, Markgrafen der Lausitz, Burggrafen von Magdeburg und Grafen von Groitsch, von einem Mönch, der der Autor der Pegauer Chronik ist, zuerst geschrieben, nun mit der Geschichte des Johann Garco und mit Monumenten des Lausitzer Altertums verbunden, veröffentlicht von der Bibliothek des Zittauer Senats.

Seite 29-53

Joannis Garzonis Bononiensis De BELLIS FRIDERICI ADMORSI seu de rebus Saxoniæ, Thuringiæ, Libonotriæ, Misniæ et Lusatiæ Libri II. ad illustrissimum Fridericum Saxoniæ ducem.

Zwei Bücher des Johannes Garzo aus Bologna über die Kriege Friedrichs des Freidigen ("mit der gebissenen Wange"), über die Geschichte Sachsens, Thüringens, Libonotria (?), Meißens und der Lausitz an den hochedlen Herzog Friedrich von Sachsen

Seite 54-72

IDYLLIUM PATRIA, QUOD REPETIT HISTORIAM EJUS REGIONIS, QUAE OLIM DICTA PROVINCIA NISSANA ET NICÆA, NUNC HEXAPOLIS ET LUSATIA SUPERIOR VOCATUR A CASPARO PEUCERO PHILOSOPHIÆ ET MEDICINÆ DOCTORE IN CARCERE SCRIPTUM ET DEDICATUM AMPLISSIMIS ORDINIBUS EJUS REGIONIS IN MONUMENTUM AC ΜΝΗΝΟΣϒΝOΝ GRATITUDINIS ÆTERNÆ ERGA DEUM ET PATRIAM BUDISSINÆ 1594. PRIMA, NUNV ALTERA VICE IN PUBLICUM PROLATUM EX SENATUS ZITTAVIENSIS BIBLIOTHECA.

Ein Gedicht auf das Vaterland, das die Geschichte der Region wiederholt, welche einst Provinz Nissana und Nicaea,nun aber Sechsstädteland und Oberlausitz genannt wird, von Caspar Peucer, Doktor der Philosophie und der Medizin, im Kerker geschrieben und den hochwürdigen Ständen dieser Region zum Zeichen und Denkmal ewiger Dankbarkeit gegenüber Gott und dem Vaterland gewidmet. Budissin 1594. Als erste und nun als zweite Fassung der Öffentlichkeit übergeben von der Bibliothek des Zittauer Senats.

Seite 73-98

CHRISTOPHORII MANLII, GORLICENSIS PATRICII COMMENTARIORUM RERUM LUSATICARUM DEIGMA SIVE EPITOME NONDUM USPIAM IMPRESSUM NUNC CUM IPSIS COMMENTARIIS OMNI MODO EXPOLITUM ET PERFECTUM IN LUCEM PRODIT EX SENATUS ZITTAVIENSIS BIBLIOTHECA.

Kurzer Auszug aus den Kommentaren zur Lausitzer Geschichte des Görlitzer Ratsherrn Christophorus Manlius, bisher noch nicht gedruckt, nun aber mit den Kommentaren selbst in jeder Hinsicht verfeinert und vervollständigt veröffentlicht von der Bibliothek des Zittauer Senats.

Seite 99-434

CHRISTOPHORI MANLII, GORLICENSIS PATRICII COMMENTARIORUM RERUM LUSATICARUM LIBRI VII. HACTENUS INEDITI, NUNC VERO COLLATIS CUM AUTOGRAPHO AUTORIS, PLURIMIS MANUSCRIPTIS CODICIBUS, ET AD PRIMUM EXEMPLUM STUDIOSE CORRECTIS, IN CAPITA ET PARAGRAPHOS DISTINCTI,  NOTIS MARGINALIBUS, ET ALLEGATIS PLURIMORUM SCRIPTORUM, QUIBUS AUTOR USUS FUIT, ILLUSTRATI INQUE PUBLICAM EMISSI LUCEM EX SENATUS ZITTAVIENSIS BIBLIOTHECA.

Des Christophorus Manlius, des Görlitzer Ratsherrn VII Bücher der Kommentare zur Lausitzer Geschichte, bis jetzt unveröffentlicht, nun aber mit der ersten Fassung des Autors, mit mehreren handschriftlichen Codices, gegenüber dem ersten Exemplar sorgsam berichtigt, zusammengetragen, in Kapitel und  Paragraphen gegliedert, mit Randbemerkungen und einem Anhang der meisten Schriften, die der Autor benutzt hat, versehen, in das Licht der Öffentlichkeit gebracht von der Bibliothek des Zittauer Senats.

TOMI PRIMI SCRIPTORUM RERUM LUSATICARUM PARS ALTERA QUÆ FATA ET HISTORIAM PARTICULAREM INCLYTÆ CIVITATIS GORLICENSIS, TRADIT ET TAM SPECIALIA LUSATICÆ HISTORICÆ CAPITA, QVAM LUSATIÆ SUPERIORIS RES ILLUSTRAT

Des ersten Bandes der Schriften zur Lausitzer Geschichte zweiter Teil, der die Schicksale und die besondere Geschichte der berühmten Stadt Görlitz überliefert und sowohl spezielle Kapitel der lausitzischen als auch der der Oberlausitz beleuchtet

Seite 2-93

M. MARTINI MYLII, SCHOL. GORL. RECT. ANNALES GORLICENSIS AB ANNO P. C. N. MCXXXI. CONTINUATI USQUE AD AN. MDCLI. in qvibus Non tantum fata civitatis  Gorlicensis, verum etiam vicinarum urbium immo totius Lusatiæ superioris res concernentia recensuntur.

Des Magisters Martinus Mylius, des Rektors der Görlitzer Schule, Görlitzer Jahrbücher, vom Jahre 1301 an bis zum Jahre 1651 fortgesetzt, in denen nicht nur die Geschicke der Stadt Görlitz, sondern auch benachbarter Städte, ja sogar Angelegenheiten der ganzen Oberlausitz behandelt werden.