Neugründung bis heute ...

1990

Am 24. Oktober 1990 erfolgt der Aufruf zur Erneuerung der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften durch Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper, den Leiter der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz. Der Akt der Neugründung der "Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften" zu Görlitz e. V. findet am 6. Dezember 1990 auf der Ortenburg in Bautzen statt. In dieser Gründungsveranstaltung erfolgt der einstimmige Beschluss zur Wiederbelebung der Gesellschaft. Es wird ein vorläufiger Vorstand und Prof. Dr. Lemper zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt. Der erste vorläufige Jahresbeitrag beträgt 20 DM. Gemäß Statut wird nunmehr die Arbeit der 1779 gegründeten Vorgängergesellschaft auf den Gebieten der geisteswissenschaftlichen Fächer fortgesetzt.

1991

Am 20. April 1991 tagt die Gesellschaft erstmals nach der Neugründung wieder öffentlich in Görlitz. Viele Kurzvorträge bieten ein abwechslungsreiches Programm. Nach einem Gedenken am Grab Karl Gottlob Antons auf dem Görlitzer Nikolaifriedhof beginnt traditionell am 21. April 1991 die Mitgliederversammlung mit der Verabschiedung der Satzung und der Wahl des Präsidiums. Die Gesellschaft zählt bereits 111 Mitglieder. Die Beiträge der Tagung erscheinen 1992 in der Schriftenreihe des Ratsarchivs der Stadt Görlitz unter dem Titel "Erbe und Auftrag". Erstmals erscheinen die Mitteilungen des Präsidiums in gedruckter Form. Am 19. und 20. Oktober 1991 findet das gemeinsame Jacob-Böhme-Symposium statt, welches die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften zusammen mit der Jacob-Böhme-Gesellschaft in Stuttgart und den Städtischen Kunstsammlungen Görlitz durchführte.

1992

Das Thema der Frühjahrstagung lautet "Traditionen des Bildungswesens in der Oberlausitz und die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften". Am 25. April finden dazu verschiedene Vorträgen statt und am Sonntag eine Exkursion nach Zittau zur Eröffnung der Christian-Weise-Ausstellung. Die Gesellschaft nimmt ihre eigene Publikationstätigkeit auf. Das ganze Jahr über gibt es abendliche Treffen mit Vorträgen und Zusammenkünften, um das gegenseitige Kennenlernen voranzubringen. Das erste internationale Christian-Weise-Symposium in Zittau ist zugleich die Herbstveranstaltung der Gesellschaft.

1993

Traditionell wurde die Frühjahrstagung vom 16. bis 18. April 1993 durch ein Symposium begleitet, welches "dem freien wissenschaftlichen Meinungsstreit" dient, wie es Prof. Dr. Lemper in seiner Einladung formuliert. 12 verschiedene Vorträge aus den Reihen der Mitglieder und eine Exkursion rundeten das Tagungsprogramm ab. Das ganze Jahr hindurch finden verschiedene Vorträge von Mitgliedern zu verschiedenen Themen statt. Am 9. Oktober 1993 treffen sich die Gesellschaftsmitglieder und viele Gäste zur Herbsttagung in Bautzen, die als Thema "975 Jahre Friede zu Bautzen - Die Oberlausitz und ihre territorial-administrative Gliederung seit 1018" hat.

1994

Am 23. April findet in Görlitz die 252. Mitgliederversammlung mit vielen Kurzvorträgen der Mitglieder statt. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Gesellschaft 173 Mitglieder. Es erscheint ein Band mit den Vorträgen der Herbsttagungen 1991 und 1992. Die aktuelle Herbsttagung hat den Braunkohlebergbau in der Oberlausitz zum Thema. Im Anschluss daran erscheint am 6. Oktober zum 70. Geburtstag von Ernst-Heinz Lemper die Festschrift "Lusatia floreat. Beiträge der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften".

1995

Vom 21. bis 24. April 1995 findet die alljährliche Frühjahrstagung mit der Mitgliederversammlung statt, die der Verständigung der Gesellschaft über die weitere Vorgehensweise bei ihrer, auf die Anregung und Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens in der Region gerichteten Arbeit und den notwendigen organisatorischen Dingen dient. Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper wird als Präsident wiedergewählt. In einem thematisch breitgefächerten Programm setzen sich die Mitglieder mit Fragen der Geschichte der Oberlausitz und der Organisation der historischen Forschung auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Würdigung der Verdienste der des längjährigen Görlitzer Ratsarchivars und Sekretärs der Oberlausitzischen Gesellschaft, Richard Jecht (1858-1945). Zu seinem 50. Todestag legen die Mitglieder am 23. April in Görlitz am Grab von Richard Jecht einen Kranz nieder. 

1996

In diesem Jahr erfolgte die Wiederaufstellung der Schachmannsäule. Die Herbsttagung unter dem Titel "650 Jahre Gründung des Sechsstädtebundes der Oberlausitz" in Zittau in Zusammenarbeit mit der Geschichtskommission Euroregion Neiße, dem Zittauer Geschichts- und Museumsverein und den Städtischen Museen Zittau findet vom 19. bis 21. September statt.

1997

Vom 24. bis 26. Oktober findet die Internationale Herbsttagung in Kamenz unter dem Titel "Pönfall der Oberlausitzer Sechsstädte" gemeinsam mit dem Kamenzer Geschichtsverein e.V. statt.

1998

Die Gesellschaft gibt den ersten Band "Neues Lausitzisches Magazin. Neue Folge" heraus. Die Herbsttagung findet am 17. Oktober aus Anlass der 1. Sächsischen Landesausstellung "Zeit und Ewigkeit" im Kloster Marienstern statt. Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften e. V. tritt dem Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine e. V. bei.

1999

Am 24. April wird auf der 257. Mitgliederversammlung Dr. Volker Dudeck zum neuen Präsidenten gewählt. Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper trat aus Altersgründen nach zwei Legislaturperioden nicht mehr zur Wahl an. Am 1. Juni wird ein Büroraum für die Geschäftsstelle im Haus Hainwald 8 angemietet. Vom 30. September bis 2. Oktober findet in Bautzen die Herbsttagung unter dem Titel "Oberlausitzer Landesgeschichte" statt. Zum 75. Geburtstag Lempers erscheint die Festschrift "Sammeln - Erforschen - Bewahren. Zur Geschichte und Kultur der Oberlausitz" als Sonderheft des "Neuen Lausitzischen Magazins".

2000

Aus gesundheitlichen Gründen legt Präsident Dr. Dudeck sein Amt nieder. Daraufhin übernimmt Vizepräsident Dr. Matthias Herrmann die Geschäfte. Auf der 258. Mitgliederversammlung am 15. April wird Prof. Dr. Karlheinz Blaschke zum Präsidenten gewählt. Im November findet die Herbsttagung statt.  Die Arbeiten am Biographischen Lexikon der Oberlausitz beginnen.

2001

Buchcover

Am 1. Februar 2001 zieht die Geschäftstelle in die Weberstraße 14 ein. Die Frühjahrstagung am 21. April widmet sich dem Adel in der Oberlausitz. Die Gesellschaft hat 157 persönliche Mitglieder. Die Herbsttagung vom 12. bis 14. Oktober in Bad Muskau steht unter dem Titel "Standesherrschaft Muskau. Landschaft, Geschichte, Kultur". Es erscheint der Band von Ernst-Heinz Lemper zu Carl Gottlob Schachmann, bei dem die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften als Herausgeber auftritt, um seine Leistungen anlässlich seines 270. Geburtstages zu würdigen.

2002

Die Herbsttagung "1000 Jahre Bautzen" vom 11. bis 13. Oktober findet in Bautzen statt.

2003

Zum 75. Geburtstag von Präsident Karlheinz Blaschke erscheint die Festschrift "Die Oberlausitz und Sachsen im Mittelalter". Das Thema der Herbsttagung befasst sich mit dem 500-jährigen Bestehen des heiligen Grabes zu Görlitz. Die Gesellschaft ist mit einem eigenen Internetangebot präsent.

2004

Höhepunkt der Frühjahrstagung am 24. April ist die Festsitzung zum 225. Bestehen der Gesellschaft. Auf der anschließenden Mitgliederversammlung wird Prof. Dr. Wolfgang Geierhos zum neuen Präsidenten gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Karlheinz Blaschke trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Die Gesellschaft tritt mit einer eigenen Homepage über das Internet an die Öffentlichkeit. Ein Redaktionskollegium für die Publikation des "Neuen Lausitzischen Magazins" wird berufen.

2005

Erstmals findet auf der Frühjahrstagung vom 22. bis 24. April 2005 das von Vizepräsident Dr. Matthias Herrmann initiierte "Junge Forum" als Vortragsplattform für Studierende und Doktoranden statt. Karlheinz Blaschke wird zum Ehrenmitglied ernannt. Am 1. Juli wird die neue Geschäftsstelle im sanierten "Biblischen Haus" Neißstraße 29 bezogen. Die Internationale Herbsttagung im November mit über 100 Teilnehmern steht unter dem Titel "Böhmen und die Oberlausitz. Forschungen zur gemeinsamen Geschichte" und findet in Zittau statt. Die Ergebnisse werden in einem Tagungsband publiziert.

2006

Die Herbsttagung "Regionale Entwicklung der Oberlausitz. Chancen und Perspektiven" wird an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg durchgeführt. Erstmals wird der "Hermann Knothe-Preis" für junge Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben, finanziert von den Bürgermeistern der ehemaligen Sechsstädte sowie dem Bürgermeister von Zgorzelec.

2007

Erster Preisträger des "Hermann Knothe-Preises" wird Kai Wenzel. Vom 23. bis 25. März findet die Tagung zum Wirken des Oberlausitzer Architekten Carl August Schramm in Dittelsdorf unter Leitung von Herrn Dr. Andreas Bednarek statt. Am 3. Mai verstirbt Gründungspräsident Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper im Alter von 82 Jahren. Am 2. Juni findet eine gemeinsame Tagung mit der Gesellschaft der Freunde der Oberlausitz in Luban / Lauban zu Fragen der Oberlausitzer Geschichte statt. Am 2. Oktober verstirbt Vizepräsident Dr. Matthias Herrmann im Alter von 46 Jahren. Die Herbsttagung "Die zweisprachige Oberlausitz in multikonfessioneller Perspektive" findet gemeinsam mit dem Sorbischen Institut Bautzen in Schmochtitz statt.

2008

Im April wird Prof. Dr. Wolfgang Geierhos auf der Frühjahrstagung in seinem Amt bestätigt. Die Herbsttagung unter dem Titel "Lausitzer Archivlandschaften" aus Anlass des 75. Gründungsjubiläums des Staatsfilialarchivs Bautzen findet mit 150 Teilnehmern eine hervorragende Resonanz. Differenzen innerhalb des Präsidiums führen im November zum Rücktritt von fünf Mitgliedern.

2009

Das neu gewählte Präsidium
Das neu gewählte Präsidium

Vom 17. bis 19. April führten die Gesellschaft und die Naturforschende Gesellschaft erstmals eine gemeinsame Tagung durch. Die anschließende Mitgliederversammlung beschloss eine Neuwahl des Präsidiums. Am 20. Juni wurde in der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Görlitz ein neues Präsidium und Dr. Steffen Menzel zum neuen Präsidenten gewählt.

Die Herbsttagung zum Thema "Bildung und Gelehrsamkeit in der frühneuzeitlichen Oberlausitz" fand am 6. und 7. November in Zittau statt. Die Tagung war u. a. mit einer Führung im Altbestand der Christan-Weise-Bibliothek und der Ausstellung "Weises Geschenk. Gelehrsamkeit, Unterhaltung und Repräsentation im barocken Zittau" verbunden.

2010

Die Frühjahrstagung wird gemeinsam mit dem Verein für Sächsische Landesgeschichte durchgeführt. Sie findet am 23. und 24. April in Bautzen statt. Die Herbsttagung am 5. und 6. November tagte in Vorbereitung auf die 2011 in Görlitz stattfindende 3. Sächsischen Landesausstellung "VIA REGIA. 800 Jahre Bewegung und Begegnung" in Verbindung mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde. Die Internetpräsentation der OLGdW wird komplett überarbeitet und präsentiert sich nun in einem modernen und mehrsprachigen Erscheinungsbild.

2011

Unter dem Motto "Die VIA REGIA - Leben mit der Straße" lud die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften e. V. ihre Mitglieder für den 27. und 28. Mai 2011 nach Görlitz ein, diesjähriger Schauplatz der 3. Sächsischen Landesausstellung "VIA REGIA. 800 Jahre Bewegung und Begegnung". Das Programm der Tagung knüpfte inhaltlich an die Schau im Kaisertrutz an und setzte den thematischen Schwerpunkt auf chronikalische Überlieferungen aus der Oberlausitz und Schlesien. Ein Höhepunkt der Tagung war ohne Zweifel die Verleihung des Hermann-Knothe-Preises an Markus Lammert.

Nach der 2010 begonnenen denkmalgerechten Sanierung mit einem Etat von rund 4,5 Millionen Euro wurde am 29. Juli 2011 das Görlitzer Kulturhistorische Museum im "Barockhaus Neißstraße 30" wieder eröffnet. Nicht nur der Bibliothekssaal und die Ausstellungsräume wurden restauriert, sondern in der zweite Etage wird über die Sammlungen und die Arbeit der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften berichtet. Originalmöbel, Gemälde und die wissenschaftliche Sammlung wurden in den verschiedenen Kabinetten (physikalisches Kabinett, Literatur- und Musikkabinett sowie mehrere Altertümer- und Naturalienkabinette) aufgestellt, wie es schon vor 200 Jahren der Fall gewesen ist.

Die wissenschaftliche Herbsttagung vom 4. bis 6. November 2011 veranstaltete die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften e. V. in Verbindung mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) und dem Institut für Personengeschichte Bensheim zum Thema „Die Kultur des oberlausitzischen Adels in vergleichender Perspektive vom 16. bis zum 19. Jahrhundert“. Das Schloss Hoyerswerda bot als Tagungsstätte den passenden Rahmen. Das gewählte Thema stieß auf großes Interesse, denn mehr als 100 Teilnehmer hatten sich für die Tagung mit der Exkursion zu Schlössern der Oberlausitz angemeldet.

Mit der Herausgabe der Monografie „Sorbisches kirchliches Leben in Löbau von der Reformation bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts“ der Dr.-Gregor-Mättig-Preisträgerin Lubina Mahling erschien das nunmehr 8. Beiheft zum Neuen Lausitzischen Magazin. Außerdem konnte 2011 die Reihe „Scriptores rerum Lusaticarum“ mit dem Band 6, dem "Chronicon Silesiae" fortgesetzt werden.

Um die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Vereinen wieder auf ein festes Fundament zu stellen, schloss das Präsidium neue Kooperationsverträge mit folgenden Partnern ab: Institut für Personengeschichte Bensheim, Tschirnhaus-Gesellschaft und Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz.

2011 wurde die Geschäftsstelle in der Neißstraße 29 zur Kostenersparnis räumlich verkleinert.

2012

Zur Frühjahrstagung in Görlitz wurde erstmals das NLM in neuer Gestaltung präsentiert. So wurde das Format den gängigen Buchgrößen angepasst und das gesamte Layout moderner gestaltet. Gleichzeitig wurde die alte Zählung wieder aufgenommen und das neue NLM trägt die Nummer 134. Auf der Mitgliederversammlung bei der Frühjahrstagung wurde auch eine neue Vereinssatzung und eine neue Wahlordnung beschlossen.

Erstmals loben das Internationale Jacob Böhme Institut Görlitz und die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gemeinsam für das Jahr 2012 den „Jacob-Böhme-Preis“ aus.

Am 29. und 30. Juni fand in Kamenz die Tagung zum 666-jährigen Jubiläum des Sechsstädtebundes statt, die durch die OLGdW unterstützt wurde.

Im Kerber Verlag Bielefeld erschien im Juli das von den Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz herausgegebene Buch „Kunst und Wissenschaft um 1800. Die Sammlungen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz“. Erstmals liegt damit eine umfassende Darstellung der Geschichte der Gesellschaft und ihrer überregional bedeutenden Sammlungen vor, die heute im Kulturhistorischen Museum und der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften aufbewahrt werden.